Es carvt

Obwohl praktisch alle von „Radius“ und „Taillierung“ sprechen, ist manches oft unklar, bis man bemerkt: Die Skis fahren von selbst um die Kurve, wenn man sie nur lässt. Warum das so ist, ist vielen egal, solange es funktioniert. Dass es aber von selbst carvt hat recht simple Ursachen.

Taillierung und Skilänge bilden ein Funktionspaar. Je länger der Ski ist, desto größer ist der Konstruktions-radius, je kürzer desto kleiner.

Carving-Skis besitzen in der Regel eine verbreiterte Schaufel und ein verbreitertes Skiende. Diese Taillierung ergibt den vielzitierten eingebauten „Konstruktionsradius“, den der Ski eigentlich theoretisch und unabhängig von der Durchbiegung und dem Aufkantwinkel aufweist.

Ski Flex

Der eingebaute Radius wird durch Druck und größeren Aufkantwinkel, meistens kommt beides zugleich zur Geltung, verkürzt. Das bedeutet also, dass der „gefahrene“, Radius  kürzer ausfällt.

Die meisten Skis haben einen elliptischen Konstruktionsradius, der im Marketing diverser Skifirmen gerne auch als Multiradius bezeichnet wird. Das bedeutet, dass die Krümmung des Sidecuts nicht durch einen einzigen Kreis beschrieben werden kann, sondern in der Regel durch die Übergänge vieler Kreisbögen.

In Expertenkreisen spricht man eher vom Sidecut als vom Radius eines Skis. Dieser Breitenverlauf definiert sich über den Sidecutverlauf und die Sidecut-Tiefe. Er ist entweder radial, progressiv oder degressiv angelegt. Die meisten Skis weisen einen progressiven Sidecut auf, das heißt er nimmt in Richtung Schaufel zu. Der Sidecuttiefe definiert sich über die Breiten des Skis an den 3 Punkten Schaufel, Taille und Heck. Je größer der Unterschied der Breiten an Schaufel und Heck im Vergleich zur Skimitte ist, desto tiefer (größer) ist der Sidecut. Je größer der Sidecut ist, desto kleiner ist der Konstruktionsradius.

Weniger im Fokus aber trotzdem sehr wichtig ist der Querschnitt des Skis. Auch er hat einen indirekten Einfluss auf das Fahrverhalten, da er zusätzlich zu den verwendeten Materialien maßgeblich für die Flex des Skis verantwortlich ist.

Es carvt!
Man sollte auch beachten, dass das Verhalten der Skis nicht nur durch die oben besprochenen Angaben bestimmt wird, sondern dass auch andere physikalischen Eigenschaften – auch wenn sie nicht so „sexy“ sind wie z.B. Torsionssteifigkeit, Flex, Dämpfung, Spritzigkeit u. a. – eine nicht unwesentliche Rolle spielen und dass sie erst in Kombination mit anderen Ausrüstungsgegenständen (Platte, Bindung, Schuhe) und sogar mit den Schnee- und Pistenverhältnissen und natürlich dem Fahrer selbst eine Funktionseinheit darstellen und das Ergebnis bringen.

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