Es kommt auf die Bauweise an beim Ski - Ski ist nich gleich Ski

Ski ist nicht gleich Ski

Für den Laien ist es meistens schwer zu erkennen, welchen Ski er vom Verkäufer in die Hand gedrückt bekommt.Denn Ski ist nicht gleich Ski auch wenn Ski draufsteht 😉

Stammt er aus hochwertiger Hand-Erzeugung oder ist hinter dem Rennski-Design bloss Ramsch aus der Billigproduktion versteckt? Allgemein kann man sagen, je hochwertiger die Bauweise, desto besser die verbauten Materialen und desto feiner die Abstimmung.

Kurzübersicht – moderne Skibauweisen

Injektionsverfahren
Bei dieser Konstruktion wird zwischen Unter- und Obergurt Polyurethan-Schaum (PU-Schaum) eingespritzt, der dann aushärtet.

Verbundbauweise
Hier werden für höhere Steifigkeit und bessere Dämpfung Holzstreifen in den Schaumkern eingelegt.

RIM – Reactive Injection Molding
Ein Holzkern wird mit hochverdichtetem PU-Schaum verklebt. So wird der Ober- und Untergurt durch den Schaum mit dem Holzkern verbunden.

Die meisten Ski im niedrigen Preissegment sind geschäumt. Allerdings gibt es auch schon einige hochwertige Schaum- oder Verbundkonstruktionen mit sehr geringem Gewicht, die besonders im Tourenskibereich Verwendung finden.

Schalenbauweise – Cap
Bei dieser Bauweise besteht der Obergurt und die Seitenwangen aus einem Stück. In diese Schale werden der Kern (Holz, Schaum oder kombiniert), die Kanten, der Untergurt und die Lauffläche eingelegt und verklebt. Man unterscheidet die echte Cap-Bauweise, bei der die Schale eine tragende Schicht darstellt, und eine „kosmetische“ Schalenbauweise, bei der eine Schale einfach nur das „Innenleben“ des Skis verdeckt.

Sandwichbauweise (mit Seitenwangen) – Sidewall laminated Skis
Diese Skis bestehen aus mehreren Schichten. Der Aufbau in Handarbeit erfolgt in einer der Skigeometrie entsprechenden Form. Man beginnt mit dem Aufbau von Unten mit dem Belag, den Kanten und einer Auflage für die Kanten. Danach wird ein Fasergelege aus Polyester, Karbon oder anderen Materialien – Untergurt – und nach Bedarf auch oft eine Aluminiumlegierung – Titanal – eingelegt. Danach folgt ein Holzkern, je nach Konstruktion auch ein Kernabschluss seitlich, Seitenwangen und oberhalb des Holzkerns wieder Fasergelege (Obergurt) und nach Bedarf Versteifungsmaterialien. Den Abschluss bildet eine Deckfolie und die Skioberfläche. Das Ganze wird in der Form fixiert und mit Epoxy-Harzen unter Hitze und Druck in einer Presse verklebt.

Ski Sandwich-Bauweise

Ski Sandwich-Bauweise

Skis die hochwertigsten Ansprüchen gerecht werden sollen, zum Beispiel Rennskis, werden in Sandwich-Bauweise hergestellt, da sie die präziseste Verarbeitung gewährleistet und Prototypen einfacher modifiziert bzw. individualisiert werden können als in Verfahren, die mehr Werkzeug Orientierung aufweisen.

Torsionskasten- Prinzip, Wickeltechnik – wird zur Zeit nur bei manchen Rennskis verwendet
Eine sehr aufwendige Bauweise ist das Torsionskasten-Prinzip: Um den Kern wird ein Fieberglasschlauch laminiert (=Torsionskasten). So befindet sich das Glasfasermaterial auch im senkrechten Bereich und macht den Ski verwindungsärmer und daher auch sehr eisgriffig.

Das muss sich aber nicht unbedingt positiv auswirken und da dieses Verfahren sehr arbeitsintensiv ist, verliert es momentan gegenüber der Sandwichbauweise mit Seitenwangen an Bedeutung.

Anmerkungen
Auch die echte Cap-Konstruktion erfolgt strenggenommen in Sandwichbauweise, denn Sandwichbauweise bedeutet, dass zwischen den tragenden Gewebelagen ein Stützstoff vorhanden ist – Holz, Pu-Schaum etc.

Das Gegenstück einer Cap-Konstruktion ist eine Ausführung mit Seitenwangen, wo also die Decklage nicht bis zur Kante heruntergezogen wird und stattdessen extra Seitenwangen eingelegt werden. Der englische Ausdruck Sidewall laminated ist daher viel treffender.

Es gibt nicht nur die reinen Konstruktionstypen, sondern auch Mischkonstruktionen, wie die Kombination von Sandwich mit klassischen Seitenwangen (in der Mitte und hinten) und Cap (vorne), wodurch man auf weichere, biegsamere und tolerantere Schaufel (Schwungansatz) und auf Stabilität und Griffigkeit im Schwungverlauf zielt – zumindest argumentieren viele der Hersteller damit. Oder die Kombination einer niedrigen Seitenwange mit einer Capabdeckung, dabei kann die Seitenwange verschiedenartig modifiziert werden. Beta-Konstruktion – ist eigentlich eine kommerzielle Bezeichnung, die „power channels“ (ein Label von Atomic) sind Bestandteil davon. Bei Dynamic „air channels“. “Fibre Tube” war die Bezeichnung noch bei Kästle-Skis Ende der 90er (noch vor der Übernahme durch Benetton), mit 2 bzw. 3 „Tubes-Röhren“. Das Prinzip ist nicht neu, auch die LL-Ski von Germina hatten dieses Konstruktionsprinzip.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar