Der Traubenzucker Irrtum

Traubenzucker Irrtum

Momentan wird das süße, weiße Pulver viel beworben. Mehr “Energy” für Schule, Beruf und auch beim Skifahren. Für mich ist Traubenzucker als Nahrungsmittel und speziell beim Sport, schon seit meiner Schulzeit am Skigymnasium fragwürdig. Zum Glück hatten wir Lehrer in Sport-Ernährungskunde die sich von süßen Sponsoring Angeboten nicht beeindrucken ließen.

Traubenzucker, auch als Dextrose oder Glucose bezeichnet, wird nicht, wie der Name suggeriert, aus süßen Trauben gewonnen, sondern im Labor aus Maisstärke, Kartoffeln oder Weizen hergestellt. Stärke an sich besteht aus zahllosen aneinander-geketteten Traubenzuckermolekülen, die dann mit Hilfe von Enzymen in einzelne Teilchen gespalten werden. Bei reinem Traubenzucker in Form von Pulver, Plättchen oder Dragees handelt es sich um jene Zuckerform, die den menschlichen Organismus am meisten aus dem Gleichgewicht bringen kann. Statt den versprochenen Höchstleistungen bringt er in Wahrheit oft Unwohlsein und sogar Krankheit.

Traubenzucker ist ein Monosaccharid, als solches wird er sehr schnell abgebaut und ins Blut transportiert. Das jagt den Blutzuckerspiegel blitzartig hoch. Als Reaktion muss der Körper vermehrt Insulin ausschütten und das führt zu einem ebenso raschen Abfall des Blutzuckerspiegels und damit zu Leistungsabfall. Der Blutzuckerspiegel fährt Achterbahn!

Bei Langzeit Einnahme von größeren Mengen Dextrose, können die Blutgefäße dauerhaft geschädigt werden, mit Gewichtszunahme ist sowieso zu rechnen und Ernährungswissenschafter warnen sogar vor der Gefahr sich eine Typ II Diabetes anzufuttern. Eine hohe Konzentration von Zucker im Blut, kann zu verschiedensten Symptomen führen, die im schlimmsten Fall in einem so genannten Diabetischen Koma gipfeln. Sehr gefährlich kann ein eine Überdosierung von Traubenzucker besonders in Kombination mit sportlichen Höchstleistungen werden.

Als Folge einer zu hohen Aufnahme von Traubenzucker steigt der Blutdruck sehr schnell an. Anderseits wird das Blut durch die Adern und Venen eindringende Flüssigkeit verdünnt, so dass weniger rote und weiße Blutkörperchen im Blut konzentriert sind. Daraus entstehen in den verschiedenen Körperregionen Defizite in der Versorgung. Das vegetative Nervensystem reagiert in dieser Phase mit einer Erhöhung der Frequenz des Herzschlages, um den Engpass auszugleichen. Das führt in Kombination mit sportlicher Höchstleistung zu einer zusätzlichen und damit gefährlichen Belastung für das Herz- und Kreislaufsystem.

Als Energielieferant ist Traubenzucker auf längere Dauer gesehen also völlig ungeeignet. Vor dem Sport benötigt man komplexe Kohlenhydrate wie Nudeln, Haferflocken, Reis, Vollkornprodukte etc. Diese lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, verweilen aber länger im Körper und stehen somit als längerfristiger Energielieferant zur Verfügung.

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