Skifahrer mit Thirring Mantel

Grenzgang

Der Körper ist der zentrale Zugang des Menschen zur Außenwelt. Zugleich bildet er aber auch eine Grenze dorthin. Wo die Grenze zur Außenwelt beim Skifahren verläuft ist unterschiedlich. Wenn man mit seinen Skis sehr vertraut ist, können sie durchaus als Körperteil empfunden werden. Je mehr es einem gelingt mit seinen Skis zu verwachsen, desto feinere und weiter draußen liegende Impulse kann man aktiv aufnehmen und auf sie reagieren, indem sie in den Bewegungsfluss integriert werden. Dazu sollte man allerdings die Perspektive wechseln – vom Haben zum Sein.

Verliebtheit in feste Formen, allgemeingültiger „Stil“, präzise Messungen und genaue „Bedienungsanleitungen“ für Bewegungen auf Skis, haben unsere Betrachtungsweise der äußeren Dinge zum Gesetz werden lassen. Wir haben einen Körper. Wir haben Ski, die wir mit dem Körper wie ein Werkzeug bedienen. Noch schlimmer, viele meinen gar, dass sie ihre Skis mit dem Kopf steuern könnten. Das führt unweigerlich in Sackgassen, in denen viele ihre Ski-Karriere beenden. Ohne Erfolg hat auch die Lust am Tun ihre Grenzen.

grenzgang by axel rohr

Am Grenzgang

Spätestens dann, früher wäre entschieden besser, könnte man sich neu organisieren. Sein. „Ich bin ein Körper.“ Das bringt mich in engere Fühlung mit meiner unmittelbaren Wahrnehmung als jedes Objekt, dem ich mich zuwende. Kein noch so toller Ski und auch nicht die beste Anleitung kann mich jemals näher an eine Bewegung und ihren Entwicklungsprozess bringen als die direkte Wahrnehmung meines eigenen Körpers. Und wie von selbst verschwindet zuerst die Grenze zwischen dem Körper und den Skis, danach zum Schnee und mit der Zeit kann man auch eins mit den Umgebungskräften werden. Sich grenzenlos frei fühlen.

Zum Thema
Skischuh 3.0.
Als Medium zwischen Körper und Ski fällt dem Skischuh eine sehr wichtige Rolle zu, die leider noch immer viel zu wenig beachtet wird.

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