Kulinarischer Hochgenuss

Hütten gibt es viele. Und auch negative Hütten Kritiken. Denn mit der lieblosen Massenabfertigung in Ski-Hütten, könnte man Bücher füllen. Umso erfreulicher ist es, wenn man eine ganz tolle Ausnahme entdeckt. Die Stüdl-Hütte am Großglockner könnte Vorbild für viele sein.

Stuedlhuette am Grossglockner

 

Benannt ist die Stüdl-Hütte nach ihrem Erbauer von 1868, dem Prager Alpin-Pionier Johann Stüdl. 1997 wurde neben der alten Hütte ein Neubau fertiggestellt. Architekt Glaser hat das Bauwerk der Umgebung in jeder Hinsicht bestens angepasst. Der exponierte Standort auf der Fanotscharte liegt auf 2801 m. Die Konstruktion muss es mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200km/h und massiven Schneemengen aufnehmen. Die Architektur wirkt funktionell und edel zugleich. Ein modernes Energiekonzept gepaart mit unbehandelten Naturhölzern gibt schon beim Betreten der Hütte ein sehr angenehmes Gefühl.

Stuedelhuette, Grossglockner Autor calkul (CC-by-sa)

Ein paar Schritte näher an der Küche kommt aber richtig Freude auf. Es riecht phantastisch. Die Nase signalisiert: hier gibt es eine echte, feine Rindsuppe! Was braucht man mehr? In einer Berghütte eigentlich nichts. Georg Oberlohr, der Wirt, ist aber ganz anderer Meinung. Er verwöhnt seine Gäste ordentlich! Zum Abendessen gibt’s ein 5 Gang Menü vom Büffet. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Egal ob Tiroler Knödel in richtiger Konsistenz und Größe; Salate;  mehrere Hauptgänge zur Wahl; süße Köstlichkeiten und Käse vom Brett, man spürt den liebevollen Umgang mit biologischen Zutaten aus der eigenen Landwirtschaft. Gutes Olivenöl, exzellente Weine und andere Feinheiten runden den sprichwörtlichen kulinarischen Hochgenuss aufs Feinste ab.

Die Stüdl-Hütte könnte überall auf der Welt als erstklassige Wirtshaus Küche punkten. Bemerkenswert ist allerdings, dass man in einer der höchstgelegenen Schutzhütten der Ostalpen soviel Sinn für Kulinarik findet. Und das obendrein zu äußerst fairen Preisen. Wenn man bedenkt, welch steilen Anstieg die Zutaten vor der Verarbeitung zurücklegen müssen. Sogar das frische Quellwasser wird 300 m hoch gepumpt. Gratis Nachfüllung, so lange der Durst reicht. Die Halbpension im geschmackvollen Matratzenlager inklusive Abend- und Früstücksbüffet kostet rund 50,- Euro.

Die Stüdl-Hütte ist zwar als Ausgangspunkt für Glockner-Eroberer erste Wahl, wer aber nicht so hoch hinaus und einfach „nur“ genießen will, bekommt hier noch großes Berg-Kino als Draufgabe. Auf der sonnigen Terrasse kann man einen herrlichen Ausblick über viele Dreitausender bis zur Marmolada und den Dolomiten geniessen.

Kontakt

Stüdlhütte
Georg Oberlohr
Ködnitz 55
A-9981 Kals am Großglockner
Hüttentelefon: +43 4876 8209
„Tal-Station“: +43 4876 22144
info@grossglocknerappartement.at

Homepage Stüdl-Hütte
Offizielle Website DAV (Deutscher Alpenverein)

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