Muskulatur - unterschiedliche Physiognomie

Die Muskulatur IV

Unsere ca. 600 Skelett-Muskeln machen nichts von alleine. Der Skelettmuskel ist ein Willkürmuskel und damit von unserem Wollen abhängig. Das gilt natürlich auch für das Muskelkrafttraining.

Bekommt ein Muskel Verkürzungskommandos, wird er kürzer. Wenn die Willkürvorstellung aber so formuliert ist, dass eine Bewegungsverlängerung angestrebt wird, dann wird der Muskel länger werden statt dicker.

Die Muskulatur & die Macht der Gedanken

Entscheidend für den Ausgang des Muskeltrainings ist die Bewegungsvorstellung im Kopf. Sie kommt immer vor der Durchführung durch den Muskel. Die Vorstellung bestimmt, ob die neue Muskelmasse in Serie oder parallel eingebaut wird. Soll die Beweglichkeit eines Muskels vergrößert werden, dann ist es auf jeden Fall notwendig, neue Muskelmasse seriell zu trainieren, also die Anzahl der molekularen Teleskopelemente zu vergrößern.

Muskeln wollen gereizt werden

Damit ein Muskel umgebaut wird, muss dem Körper signalisiert werden, dass der Muskel den geforderten Ansprüchen nicht genügt. Im Training bedeutet das eine gezielte, bewusste Überlastung des Muskels. Man spricht hier von Trainings-Reiz. Reize sind Schwellenprozesse. Sie geschehen augenblicklich. Wird die Reizschwelle übersprungen kommt sofort eine Reaktion. Der Körper erhält die „Anweisung“ Muskelmasse aufzubauen. Diese Anweisung kann nicht widerrufen werden.

Das Signal für den Aufbau von Muskelmasse dauert also nur Bruchteile von Sekunden. Der eigentliche Muskelaufbau benötigt drei bis vier Tage und vollzieht sich sozusagen nachts im Schlaf. Für den Masseaufbau eines einzelnen Muskels muss der ganze Körper umrüsten. Neue Blutgefäße werden benötigt, die Sehnen und Knochen müssen verstärkt werden, neue Nervenendungen müssen gelegt werden usw. Aber all Veränderungsprozesse werden in dem Moment in Gang gesetzt, in dem an irgendeiner Stelle eines Muskels das Signal auftritt, dass die Muskelmoleküle nicht ausreichen.

Von nichts kommt nichts!

Ohne Signal passiert aber gar nichts. Jemand kann zwar stundenlang fleißig mit Gewichten hantieren, dabei schwitzen wie ein Esel aber trotzdem keinen Muskelaufbau erzielen. Man kann das Training auch so anlegen, dass zuerst Kalorien verbraucht werden und zum Schluss ein Muskelaufbau-Reiz gesetzt wird. Man kann aber einen Trainingsreiz ebenso initiieren, bevor man ins Schwitzen kommt. Die Entscheidung steht jedem frei.

ÜBERSICHT ZU DIESEM ARTIKEL
Seite 1   Natur, Körperkult & Bewegung
Seite 2   Kraft durch Struktur
Seite 3   Arbeitstraining contra Krafttraining
Seite 4   Der Muskel tut, was der Kopf sich vorstellt.
Seite 5   Neue Reizformen entdecken
Seite 6   Bewusstsein & Trainingseffekt

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