Aufstehen für die oesterreichische Bildung

Aufstehen!

In Österreich formiert sich ein kraftvolles, weil Partei unabhängiges Volksbegehren, das ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem fordert. Höchste Zeit! Und bei dieser Gelegenheit könnte man versuchsweise auch gleich das Skilehrwesen etwas genauer auf seine Aktualität hinterfragen.

Grundsätzliches zu den Irrtümern tradierter Bildungs-Institutionen bringt Sir Ken Robinson vortrefflich auf den Punkt. Übrigens. Auf die folgende Video-Botschaft hat mich meine Tochter aufmerksam gemacht. Ein gutes Zeichen dafür, so finde ich, dass die junge Generation genau versteht was Sache ist.

Thx Andy!

Skifahren, vom Anfänger-Unterricht bis zum Gold-Olymp, hat in keiner anderen Nation den Stellenwert, den ihm Österreich verleiht und auch abverlangt. Man zeigt sich gerne im Rampenlicht der glorreichen Tradition. Mit einem kritischen Blick auf die Schattenseiten der Institutionalisierung des Schwungs, könnte man zwar leicht als Ketzer da stehen. Andererseits gäbe es auch die Möglichkeit erneuernde Gedanken als positiven Beitrag für die Zukunft zu sehen.

Ursachen im Ursprung suchen
Ähnlich wie mit den Unzulänglichkeiten des gängigen globalen Bildungssystems, die Robinson in seiner Entstehung in einer vergangenen Epoche ausmacht, verhält es sich mit dem österreichischen Skilehrwesen. Die Geisteshaltung vieler massgeblicher Ski-Lehr-Pioniere zu Beginn des 20. Jhdts. war, wenn nicht extrem militärisch, so doch von totalitärer Vernunft-Ideologie geprägt. Es ging ebenso wie in der industriellen Revolution um die beschleunigte Entwicklung von Produktivität. Drill und Uniformität waren zu dieser Zeit die probaten Mittel zu Körperertüchtigung und Leibesübung.

Selbstbewusstsein neu entdecken
Dass sich diese Haltung während der zwei Weltkriege eher erhärtet als gelöst hat, liegt auf der Hand. Es ist auch weiter nicht erstaunlich, dass Österreich in der Nachkriegszeit keinen Aufbruch der alten Lehrdoktrin ermöglichte. Das angeschlagene nationale Selbstbewusstsein erdrückte avantgardistische, gesellschaftskritische Regungen im Keim und verhalf der Repräsentationskultur zur Blüte. Und kaum eine andere Disziplin als Skifahren schien besser geeignet, das kleine Land in der Welt groß darzustellen.

Industrialisierung des Erfolgs
So war und ist Österreich vom Skisport emotional und wirtschaftlich abhängig. Bislang hat auch alles bestens funktioniert. Die Vormachtstellung im alpinen Rennsport und die Buchungslage in Wintersportorten scheinen dem gängigen Plan recht zu geben. Ein Plan der nach wie vor auf Standardisierung beruht. Einer Industrialisierung des Erfolgs im Rennsport einerseits, andererseits einer technisch bestens entwickelten Massenabfertigung von Skitouristen. Deshalb setzt man bei der Entwicklung der Zukunft auch nach wie vor gerne auf die Vergangenheit.

Löcher im Erfolgs-Vakuum
Doch die Zukunft des Ski-Bildungssystems sieht bei genauerer Betrachtung nicht besonders rosig aus. Es geht ihm der Nachwuchs aus. Auf Schüler wie Pädagogen Seite. Haarsträubende Lösungen wie etwa Schul-Skikurs Pflicht an österreichischen Schulen werden diskutiert, während in der staatlichen Diplom Skilehrerausbildung die Kursteilnehmer immer weniger werden und ganze Ausbilderteams geschlossen in Streik treten.

Unterschiede wahrnehmen
Das Problem allein in der Skischule, im Training, in der Skilehrer- oder Trainerausbildung zu sehen, greift zu kurz. Auf diesem Weg macht man vielleicht aus dem Ski-Industriebetrieb einen schöneren Ski-Industriebetrieb, beginnt aber keinen florierenden Ackerbau (um mit Ken Robinson zu sprechen). Was wir brauchen ist ein gesamt gesellschaftlicher Besinnungswandel. Weg von homogenisierten, sterilen Bildungsstrukturen hin zur Wahrnehmung von Diversität als Zukunftschance.

Nicht sitzen bleiben. Mitmachen!

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