Maulkorberlass

Bei der letzten Tagung hat das FIS Council einen Beschluss gefasst, der unangebrachtes Verhalten von Athleten sanktionierbar machen soll.

Unangebrachtes Verhalten
Das FIS Council kam überein einen „Code“ zu entwickeln, der sich mit Fällen unangebrachten Verhaltens, die aus dem Zuständigkeitsbereich der Wettkampf-Jury fallen, um die existierenden Regeln zu erweitern. Diese Erweiterung betreffen unangebrachtes Verhalten wie Blasphemie in Social Networks oder den Sport in Verruf zu bringen.

Menschenrechte

Das widerspricht natürlich dem, in der Charta der Menschenrechte verankerten Gesetz auf freie Meinungsäußerung. Auch der europäische Gerichtshof hat bereits entschieden, dass Arbeitnehmer auf Missstände in ihren Unternehmen öffentlich aufmerksam machen dürfen. Die FIS zeigt mit dem Maulkorberlass, dass sie sich eher mit repressiven Regimen als mit einer modernen Sport-Struktur vergleichen lässt.

Zensur
Noch glaubt sich die FIS mit genügend internationaler Macht ausgestattet um durch versteckte oder offene Unmutsbekundungen unerwünschte Meinungen oder Berichterstattung zu unterbinden. Doch diese Macht-Blase könnte leicht am eigenen Hoch- und dem damit verbunden Unmut der betroffenen Athleten zerplatzen.

Ego-Falle
Um für eine global gesehene Randsportart wie den alpinen Ski-Rennlauf annehmbare Zukunftsperspektiven zu entwickeln, wäre moderner Unternehmergeist gefragt. Und moderne Unternehmer lassen längst nicht mehr beim ersten kritischen Kommentar eines Kunden oder Mitarbeiters die Ego-Falle beleidigt zuschnappen. Sie nehmen Kritik als Chance, als außen stehenden Blick auf die eigene Leistung wahr.

Verbands-Narzissmus
Damit die Gratis-Fremdanalyse funktioniert, müsste man allerdings kritikfähig sein und nicht die Meinung der Athleten von vornherein unterbinden. Kritikfähigkeit funktioniert aber dort nicht, wo das Selbstvertrauen der einzelnen Akteure zu schwach oder anders herum der kollektive Verbands-Narzissmus zu stark ist.

Vabanque Spiele
Ob die Athleten in so einem Unternehmen gut aufgehoben sind, das, wie hinter vorgehaltener Hand zu hören, nicht nur mit seinem Humankapital Vabanque-Spielchen betreibt? Eines ist gewiss: wenn der alpine Ski-Rennsport in Zukunft gut überleben will, kann das nur durch eine einige Athletenschaft sein.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar