Nahrungsergaenzung im Sport - Sinn oder Unsinn

Iss was gscheits!

Beim Thema Nahrungsergänzung im Sport scheiden sich die Berater-Geister. Vorwiegend in solche, die Kraftpillen verkaufen möchten und jene, die sich der Berufsethik und nicht dem Mammon verpflichtet fühlen.

Klare Stellungnahmen erhält man von offiziellen Ärzte-Vertretungen, wie beispielsweise der Österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention: Freizeitsportler brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel. Leistungssportler nur in Ausnahmefällen und genau abgestimmt auf den jeweiligen Zustand. Nahrungsergänzungsmittel können auch gefährliche Nebenwirkungen haben. Univ.Prof.Dr. Horst Pagel bezeichnet NEM sogar als „Türöffner für Doping“.

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Klare Bilanz
Nährstoffe, deren Bedarf überproportional zum Energie-Bedarf ansteigt gibt es nicht.
Diese wissenschaftlich fundierte Erkenntnis zeigt, dass NEM in den allermeisten Fällen – auch im Leistungssport – unnötig sind. Wer seinen Energie-Bedarf (Kalorien-Bedarf) mit ausgewogener Mischkost über hochwertige Nahrungsmittel deckt, führt sich so auch alle notwendigen Mikro-Nährstoffe zu. Anders gesagt: Nährstoffdefizite ergeben sich nicht aus einem gesteigerten Nährstoffbedarf durch Sport, sondern durch Ernährung, die nicht den Erfordernissen angepasst ist.

Defizite durch Ernährung ausgleichen
Nährstoffzufuhr über Bedarf steigert weder die Gesundheit noch die körperliche Leistungsfähigkeit.
Eine Unterversorgung kann aber die Leistungsfähigkeit einschränken. Fehlt ein Nährstoff dem Organismus, spricht man von Nährstoffmangel. Kurzfristig kann zum Beispiel das Fehlen von Kohlehydraten negativ auf die Leistung wirken. In diesem Zusammenhang sollte man auch bemerken, dass Fasten und exzessiver Sport nicht zusammenpassen. Ein Ausgleich der Defizite kann leistungssteigernd wirken. Nahrungsergänzungsmittel sind dafür aber in der Regel nicht erforderlich!

NEM Türöffner für Doping
In der bedenkenlosen Einnahme von Zusatzpräparaten erkennt man eine Tendenz, die nicht nur im Leistungssport zu beobachten ist: Der Versuch die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit durch Präparate zu steigern. Dabei werden Grenzen der körperlichen Belastbarkeit ignoriert und gesundheitliche Risiken in Kauf genommen. Diese Grundhaltung ist oft oft ein erster Schritt in Richtung Doping: Vom Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln über die präventive Einnahme von Medikamenten (beispielsweise Schmerzmittel) bis zur Bereitschaft, die eigene Leistungsfähigkeit durch Doping zu steigern.

  • Wer seinen Energiebedarf durch eine vollwertige Ernährung – ausgewogene Mischkost- deckt, benötigt keine Supplemente. Erst bei einem täglichen Energieumsatz von mehr als 6000 kcal kann der Bedarf an Energie und Nährstoffen nicht mehr ausschließlich durch die Ernährung gedeckt werden.
  • Das Propagieren von NEM als “Notwendigkeit“ zur Gesunderhaltung in der “heutigen Zeit“ und die Behauptung positiver Effekte auf die körperliche Leistungsfähigkeit ist in den meisten Fällen eine Marketingstrategie mit dem Ziel, den Absatzmarkt zu vergrößern. Gewinner sind die Produzenten und Vertreiber.
  • Freizeitsportler benötigen keine Nahrungsergänzungsmittel, Hochleistungssportler nur in Ausnahmefällen. Eine den Bedürfnissen des Sportlers angepasste Ernährung trägt zur körperlichen Leistungsfähigkeit bei. Bei passender Ernährung sind leistungssteigernde Wirkungen durch NEM nicht zu erwarten !

Quellen:

Nahrungsergänzungsmittel im Sport – eine kritische Betrachtung
Dr. Kurt A. Moosburger, Facharzt für Innere Medizin, Sportmedizin, Ernährungsmedizin

Nahrungsergänzungsmittel zur Leistungssteigerung – Sinn oder Unsinn ?
Univ. Prof. Dr. Peter H. Schober, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Abteilung für Sport und Leistungsmedizin, Medizinische Universität Graz

Seite 1/3 – Nahrungsergänzungsmittel. Sinn oder Unsinn?
Seite 2/3 – Simsalatrimm. Siegen um jeden Preis.
Seite 3/3 – Leistungssport. Gut gegessen ist halb gewonnen!
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