Natürlich Essen

Mikro-Nährstoffe braucht jeder Organismus um gesund zu bleiben. Der Mensch muss sie über die Ernährung aufnehmen. Selbst herstellen kann sie der Körper nicht. Aber wer weiß schon genau, ob er sich ausgewogen ernährt und jedes Vitamin in ausreichender Menge konsumiert? Die Idee sich Nährstoffe über Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zuzuführen halten deshalb viele für eine gute Lösung.

Mikro-Nährstoffe sind Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie haben lebenswichtige Aufgaben. Im Gegensatz zu den Makro-Nährstoffen – Fett, Kohlehydrate und Eiweiß – liefern sie aber keine Energie (Kalorien).

Mikro-Nährstoffe dienen z. B. dem Aufbau von Makro-Molekülen oder als Kofaktor für essentielle Enzymreaktionen. Andere Mikro-Nährstoffe haben antioxidative Wirkung. Mikro-Nährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Ernährung mit Makro-Nährstoffen in ausreichender Menge zugeführt. Fehlen durch Krankheit oder längere Mangelernährung einer oder mehrere dieser Stoffe, so entwickeln sich schwerwiegende Mangelerscheinungen, z. B. Skorbut.

Gutes Geschäft
Hersteller und Vertreiber von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) suggerieren geschickt, dass die Spezies des modernen Homo Sapiens ohne ihre Pülverchen, Pillen und Wässerchen nicht überleben kann. Das Geschäft boomt. Alleine NUTRILITE, die weltweit führende Marke im Bereich Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel, gibt für das Jahr 2011 4,7 Milliarden US Dollar Umsatz an.

Mythen schaffen Unsicherheit
Die Sinnhaftigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln wird gerne mit Mythen untermauert. So hört man immer wieder, dass Obst und Gemüse viel weniger Nährstoffgehalt als vor etwa 50 Jahren aufweisen würden. Verantwortlich dafür seien „ausgelaugte“ Böden. Dem widersprechen zwar zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Trotzdem sind viele Konsumenten irritiert und wollen mit Zusatz-Präparaten auf Nummer Sicher gehen.

Besonders schwangere Frauen sind anfällig für die Panik-Mache der Arzneimittel-Industrie. 97 % greifen auf Zusatzpräparate zurück, ergab eine Erhebung der TU München unter mehr als 500 jungen Müttern in der Umgebung der bayerischen Landeshauptstadt. Und so beginnt der Abhängigkeitskreis bereits vor der Geburt.

Geschmacks-Tuning beginnt schon im Mutterleib
Schmecken-Lernen beginnt im Mutterleib. Das Ungeborene nimmt mit dem Fruchtwasser auch Geschmacks- und Aromastoffe aus der Nahrung der werdenden Mutter auf. So wird es auf seinen späteren Lebensraum und die typischen Speisen seines Kulturkreises vorbereitet. Der nächste Schritt im Geschmackstuning erfolgt beim Stillen. Kinder mögen in der Regel lieber was ihre Mütter während der Stillzeit gegessen haben.

Mahlzeit © Uwe Grötzner - Fotolia.com

 

Geschmack und Geruch – wesentlich für die Nahrungsauswahl
Wie wichtig der Geschmack und der Geruch von Speisen für die Gesundheit ist, wird noch immer viel zu wenig hervor gehoben. Bei Mangel an einem bestimmten Nährstoff signalisiert der Körper genau was er haben möchte. Gemeinhin fällt dieser komplizierte Vorgang unter das Wort Gusto. Und ihn können wir nur mit Hilfe unseres Geruch- und Geschmacksinns präzise bedienen. Deckt sich die Information, die wir über die Sinne von unserer Nahrung bekommen, nicht mit dem was tatsächlich drinnen ist, verlieren wir das Gespür für das was uns gut tut.

Aromen sind Verdauungssignale
Ein weiterer Faktor der natürlich zubereiteter Ernährung den Vorzug gibt, ist die Tatsache, dass Geschmack und Aroma eine wichtige Rolle für die Verdauung spielen. Noch bevor die Nahrung in den Magen gelangt, signalisieren Geruch und Geschmack dem Verdauungssystem auf was es sich vorbereiten muss. Wichtige Enzyme für die Aufbereitung der Nahrung werden bereitgestellt und sorgen dafür, dass sich der Körper das holt was er braucht und ausscheidet was nicht wertvoll ist.

Kein Mensch, auch nicht der glühendste Verfechter von Nahrungsergänzung, wird bezweifeln, dass der Geschmackseindruck von frischen Lebensmitteln anders auf die Sinne und somit den Körper wirkt als (aromatisierte) Zusatzprodukte. Daraus könnte man schließen, dass vorgefertigte Zusatzpräparate nicht gleichwertig wie frische Nahrung sein können. Trotzdem wird gerade in Fällen wo der Körper sehr gefordert wird, gerne auf Nahrungsergänzung zurückgegriffen.

Leistungssportler sind anfällig für viele Mittel. 2/3

Seite 1/3 – Nahrungsergänzungsmittel. Sinn oder Unsinn?
Seite 2/3 – Simsalatrimm. Siegen um jeden Preis.
seite 3/3 – Leistungssport. Gut gegessen ist halb gewonnen!

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