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Skifahren & Sonnseite

Die Sonne scheint. Der frische Schnee glitzert. Was gibt es schöneres?  Eben! Sonnenlicht sorgt beim Skifahren für optimale Sichtverhältnisse und löst im Körper lebenswichtige Prozesse aus. Doch im winterlichen Hochgebirge ist der richtige Sonnenschutz unerlässlich!

Die Schattenseite der Sonne

Die unsichtbaren ultravioletten Strahlen sorgen für die Bildung von Vitamin D und Serotonin, dem Glückshormon. Gleichzeitig rufen sie auch eine Pigmentierung der Haut hervor, die ein natürlicher Sonnenschutz ist. Ebenso  eine Verdickung der obersten Haut-Schicht, der Lichtschwiele, die einen weiteren Schutzmechanismus darstellt. Ohne diesen Schutz  holt man sich besonders im Gebirge und am Strand schnell einen Sonnenbrand, der wie jede Verbrennung auch mit schweren Folgeschäden verbunden sein kann.  Doch die Angstmacherei vor Hautkrebs durch Sonnenbestrahlung beruht zum Grossteil auf wirtschaftlichen Gründen.

Auf der Sonnseite im Schnee und am Berg

snow and sun
Wer im winterlichen Hochgebirge die Sonne genießt, muss aber vorsichtig sein.  Bei Wintersportaktivitäten sind Hautpartien, die nicht durch Kleidung abgedeckt sind, durch die hohe UV-Strahlung gefährdet. Besonders anfällig für Sonnenbrand sind Lippen, Wangen und Nase.  Besonders wichtig beim Skifahren ist ein guter Augenschutz. Die Kombination aus hoher UV-Strahlung, niedrigen Temperaturen und Fahrtwind können zu sehr schmerzhaften Irritationen und Sehschäden führen.

Schnee und Höhenlage sind UV-Strahlen Verstärker

Je höher man kommt, desto dünner wird die Luft und damit auch die atmosphärische Schutzschicht zwischen Sonne und Haut. An klaren Tagen mit niedriger Luftfeuchtigkeit kann die Strahlungsintensität schon in 2000 Metern Höhe um ein Vielfaches höher sein als im Tal. Zusätzlich reflektiert der Schnee die Sonnenstrahlen und verstärkt ihre Wirkung – bis zu 90% der einfallenden UV-Strahlung . Durch die niedrigen Temperaturen spürt man die Sonne auf der Haut viel schwächer als im Sommer. Wärmeempfindung und Hitzegefühl fallen als Warnsignale aus.

Sonnenschutz ist unabdingbar

Da zu Beginn des Winterurlaubs die Haut im allgemeinen sonnenentwöhnt ist, benötigt sie für die ersten Sonnentage  intensiven Sonnenschutz. Natürlich wäre die komplette Abdeckung des Gesichts mit einem Schal oder einer Gesichts-Maske am effektivsten. Aber kaum einer will bei Sonnenschein im Bankräuber-Outfit herumkurven. Ausserdem hat Sonne ja auch positive Auswirkungen auf die Haut und so ist der Griff zur Creme gleichzeitig beliebt und wirksam.

Augen auf beim Ski-Brillenkauf

Für manche ist die Brille bloss ein Accessoire, das zum übrigen Outfit passen sollte. Doch unzweckmässiges optisches Gerät kann (im Wortsinn) ins Auge gehen. Ganz abgesehen davon, dass gutes Skifahren sehr viel mit guter Sicht zu tun hat, weiss jeder der viel im Schnee unterwegs ist, dass beim Augenschutz die Eitelkeit nichts verloren hat. Schneeblindheit, ein Sonnenbrand auf Netz- und Bindehaut der Augen, tut furchtbar weh und kann zu irreparablen Sehschäden führen.  Die Investition in eine hochwertige Skibrille – keine Designer-Sonnenbrille zum Flanieren! – ist weniger Luxus als geschäumte Skischuhe für Freizeitfahrer.

Sonnenschutz beim Skifahren – das ist wichtig!

  • Sonnenschutz auch bei Wolken!
    Auch wenn es an der Talstation grau und neblig ist: Nie ohne Sonnenschutz ins Skigebiet starten! Skipisten liegen oft über den Wolken. Nebel kann die UV Strahlung sogar verstärken.
  • UV-Index beachten!
    Wer sich nicht sicher ist wie stark die Strahlung im Skigebiet ist, sollte sich den UV-Index im Wetterbericht ansehen.
  • Keine wasserhaltigen Präparate verwenden!
    Im Winter sind fetthaltige Cremes für das Gesicht besonders geeignet. Sie lassen sich exakt auftragen und schützen die Haut auch vor Austrocknung durch Kälte und niedrige Luftfeuchtigkeit. Sonnenmilch oder Lotionen sind aufgrund ihres niedrigen Fett- und hohen Wassergehaltes im Winter schlecht geeignet. Bei Kälte gefriert das Wasser und kann Erfrierungen hervorrufen.
  • Sorgfältig eincremen!
    Keine Stelle im Gesicht vergessen, besonders nicht den stark gefährdeten Nasenrücken und die Ohrläppchen. Auch die Lippen sind besonders anfällig. Am besten schützt man sie mit einem speziellen, sehr fettenSchutzstift mit höherem Lichtschutzfaktor. Besonders bei Produkten mit synthetischem LSF ist häufiges „Nachschmieren“ unbedingt erforderlich!
  • Augen schützen!
    UV-Licht ist besonders für die Binde- und Netzhaut des Auges sind gefählich, ganz abgesehen von der unangenehmen Blendwirkung des sichtbaren Lichts. Deshalb immer eine geeignete Skibrille mit UV-Schutz tragen, die auch vor der seitlicher Einstrahlung schützt.
  • Brillen sollen nicht nur cool ausehen!
    Dunkle Brillen-Gläser ohne UV-Schutz schaden dem Auge mehr, als sie nützen: sie setzen die natürliche Schutzfunktion des Auges außer Kraft. Bei Helligkeit verengt sich die Öffnung der Pupille automatisch wie eine Blende um weniger UV-Strahlen ins Auge gelangen zu lassen. Bei einer dunklen Brille ohne UV-Schutz bleiben die Pupillen geöffnet und die UV-Strahlung kann ungehindert ins Auge dringen.
  • Nie ohne Kopfbedeckung Skifahren!
    Besonders im Frühling und beim Sommerskifahren am Gletscher kann man durch die Wärmeeinstrahlung der Sonne einen Sonnenstich erleiden. Das ist alles andere als harmlos und äusserst unangenhem. Der isolierte Hitzschlag am Kopf führt zu einer Irritation der Hirnhaut und des Hirngewebes und zu einer Entzündungsreaktion, die in schweren Fällen in ein Hirnödem übergehen kann. Eine Mütze schützt nicht nur vor Kälte sondern auch vor Sonnenstich, ein Helm zusätzlich auch vor Kopfverletzungen
  • Sonnenschutz smart einkaufen!
    Sonnenschutz-Präparate können auch Nebenwirkungen haben. Irritationen, allergische oder photoallergische Reaktionen der Haut können eher vermieden werden, wenn man mineralische Cremes oder hochwertige synthetische Produkte verwendet. Damit die Kosten für guten Sonnenschutz trotzdem nicht zu hoch ausfallen, sollte man sie nicht erst im Sportshop an der Bergstation kaufen. Die hochwertigste Auswahl & Beratung findet man in der Apotheke.

Grundsätzliches zum Sonnenschutz

Die passende Creme

Die richtige Sonnencreme richtet sich immer nach dem Hauttyp, dem Grad der Vorbräunung und der UV-Intensität. Selbstverständlich empfehlen Dermatologen effektive Schutz Cremes bei hoher Strahlungsintensität und besonders für ungebräunte Menschen – aber bis höchstens bis Lichtschutzfaktor 35. Sie schützen die Haut vor UVA- und UVB-Strahlen und erlauben ihr trotzdem eigene Schutzmechanismen wie Lichtschwielen (Verdickung der Hornhaut) oder Pigmentierung aufzubauen. Nach dem Aufbau der natürlichen Schutzmechanismen reichen Sonnenschutzprodukte mit niedrigerem Lichtschutzfaktor aus.

Lichtschutzfaktor

Produkte mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren – LSF – sind teuer und bringen wenig. Über Faktor 20 bestehen kaum Unterschiede in der Schutzwirkung. So liegt die Schutzwirkung bei einem Faktor 15 bei 93,3 % UVB-Schutz, beim Faktor 20 bei 96 %, beim Faktor 30 bei 97,4 % und beim Faktor 40 bei 97,5 % UVB-Schutz. Viele Dermatologen sehen im gestiegenen Angebot von Sonnenschutz mit hohem LSF die ökonomische Ausnutzung der Angst vor Hautkrebs.

Mineralischer Lichtschutz alt bewährt und neu aufbereitet

Mineralische Lichtschutzfilter wirken physikalisch. Weisse Pigmente, häufig  Titandioxid und Zinkoxid, reflektieren die Sonnenstrahlen. Die Inhaltsstoffe werden nur zu einem sehr geringen Teil von der Haut absorbiert und wirken wie ein Schutzschild gegen Sonnenbrand. Früher musste man eine weisse Färbung der Haut für die Schutzwirkung in Kauf nehmen. Mit den immer kleiner werdenden Pigmenten kann die Weißfärbung der Haut vermieden und die UV-Schutzwirkung verbessert werden. Sie sind auch leichter aufzutragen da sie wesentlich geschmeidiger geworden sind.

Synthetische Produkte sind umstritten

Sonnencremes mit synthetischem Lichtschutzfilter wirken in der Haut. Die Filterfunktion beruht darauf, dass Moleküle einen bestimmten Wellenbereich der Sonnenstrahlung aufnehmen und verändern. So können neue Molekülverbindungen mit einem möglichen allergisierenden Potential entstehen oder auch phototoxischen Reaktionen hervorrufen können. Mehrere Lichtschutzfilter werden deshalb heute gar nicht mehr eingesetzt; einige sind sogar verboten worden. Gegen synthetische Lichtsschutzfilter spricht ihr Wirkungsprinzip und die Tatsache, dass nach wie vor umweltbelastende und umweltgefährdende Filter eingesetzt werden.

Wenns trotzdem brennt

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zu einem Sonnenbrand kommen, wirken Apres Sun Produkte wohltuend und kühlend. Darüber hinaus enthalten sie hautberuhigende und feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe, die der Haut nach einem Sonnentag guttun. Auch Hausmittel wie eine Joghurt-Maske beruhigen den „Brand“. Die Wirkstoffe von Lavendel oder Aloe Vera können sogar kleine Wunder wirken.

Glossar

Sonnenstrahlen

 Die optische Strahlung umfasst die ultraviolette Strahlung (UV), das für den Menschen sichtbare Licht (VIS) und die Infrarotstrahlung (IR) und ist Teil des elektromagnetischen Spektrums. Für den Menschen ist vor allem die UV-Strahlung, aber auch die IR-Strahlung nützlich wie gefährlich. Die natürliche Quelle für beide Strahlungsarten ist die Sonne.

  • Infrarot
    Am sichtbaren roten Rand der Regenbogenfarben beginnt die unsichtbare Infrarot- strahlung. Wir nehmen sie als Wärme wahr.
  • Ultraviolett
    Dem sichtbaren Violett ist die Ultraviolettstrahlung benachbart. Sie ist weder sichtbar noch fühlbar. Die UV-Strahlung hat aber starke Auswirkungen und kann besonders für Haut und Augen gefährlich sein.

Intensitätsfaktoren für UV-Strahlung

Die Intensität der UV-Strahlung hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Bewölkung
    Auch bei bedecktem Himmel gelangen UV-Strahlen zur Erdoberfläche durch.
  • Tageszeit
    Am intensivsten sind die Strahlen zwischen 11 und 15 Uhr.
  • Höhenlage
    Pro 1000 Höhenmeter nimmt die Intensität der UV-Strahlen um bis zu 10% zu.
  • Breitengrad
    Je kürzer der Weg, den die UV-Strahlen durch die Atmosphäre zurücklegen, desto grösser ihre Strahlungsintensität (am Nord- und Südpol ist sie 1000-mal schwächer als am Äquator). Dies erklärt auch wieso der Sommer die strahlungsintensivste Jahreszeit ist.
  • Reflexion
    Helle Flächen wie Schnee, Eis, Sand, Beton oder Wasser reflektieren die UV-Strahlen und verstärken so ihre Wirkung. Schnee kann die UV-Strahlung bis zu 90% reflektieren und damit die Strahlungsintensität verdoppeln.
  • Aerosole
    Luftschadstoffe können die UV-Strahlen streuen und damit abschwächen. Im Gebirge ist die Luft meistens viel reiner als in der Stadt, auch das sollte man bedenken.
  • Ozongehalt in der Stratosphäre
    Nimmt die Ozonschicht um 1% ab, nimmt die UVB-Strahlungsintensität am Boden um 2% zu.

UV Index

Ein einfaches Maß für die Stärke der hautwirksamen UV- Strahlung ist der international vereinbarte UV-Index. Dieser Index wird aus den Meßdaten berechnet oder wie bei der Wettervorhersage vorausgeschätzt. Er gilt für die stärkste Strahlung um die Mittagszeit. In den gemäßigten Breiten hat der UV-Index Werte zwischen 0 und 10, in Deutschland bis 8.

UV-Index:

  • 0 – 2,9 niedrig – kein Schutz erforderlich
  • 3 – 5,9 mäßig – Schutz empfohlen
  • 6 – 7,9 hoch – Schutz erforderlich
  • 8 – 10,9 sehr hoch – Schutz dringend erforderlich
  • > 11 extrem – Schutz ist ein Muss!