Kanten Kantate - Gedanken zur Skikante

Kanten Kantate

„Wir konnten natürlich schon kanten, als wir noch keine Kanten kannten. Mit Kanten kanten kann man selbstverständlich besser kanten als ohne Kanten kanten, wenn es auch nur die konnten, die kanten konnten. Daß beim Kanten ohne Kanten die Kanten vom vielen kanten bald keine Kanten mehr sind, verkannten alle, die kanten konnten.

Das hätte sogar schon Kant erkannt, wenn er überhaupt Kanten und kanten gekannt hätte. Aber Kant kannte Kanten kaum, obwohl er auch ohne Kanten zu kennen oder auch nur kanten zu können im bekannten Kant’schen Imperativ hätte bekannt haben können: „Kante, wenn du kanten kannst!“

Seit wir nun Kanten kennen, können wir mit den bekannten Kanten kanten, wie wir nie ohne Kanten kanten konnten. Das bekannte Kantenproblem dürfte damit wie bekannt, ein für alle Mal gelöst sein.“

Quelle – W.Schmidkunz „Das quietschvergnügte Skibrevier“,  Erfurt 1935

Kleine Kanten-Geschichte

Die Kanten Kantate entstand als sich die Stahlkante gerade etablierte. Bereits 1929 ließ sich der Salzburger, Rudolf Lettner, Stahlkanten für Skis patentieren. Seine ersten Prototypen fertigte er aus Uhrfedern, die er auf die Lauffläche schraubte

In wenigen Jahren veränderte die Stahlkante die Skitechnik gravierend – sie führte von breiter Skiführung zur geschlossenen. Im Rennlauf der 1930 er Jahre waren die „geschraubten Kanten“ bereits unabdingbar für gute Leistungen.

Ab den frühen 1950er Jahren wurden Kanten in den Verpress-Vorgang eingebaut. Durch die Rennerfolge mit Profilkanten, die bei den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina bereits durchschlagende Vorteile zeigten, setzten sich Profilstahlkanten auch in der Massenproduktion durch.

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