Skifahren ist geil! Pic by D. Menne

Skifahren ist geil!

Schon lange Zeit steht die Frage nach dem Ursprung der großen Glücksgefühle beim Skifahren in meinem Gedankenraum. Hormone, Endorphine … alles längst klar; ihre Aktivierung ausschliesslich mit Stressreaktionen zu erklären, greift für meine Neugier nach Ursachen allerdings noch zu kurz.

Skifahren ist geil!

Frech (als Abfahrtsläuferin mit Seele und Leib „erfahren“) behaupte ich, dass auf normalen Hängen, bei mir weder Nervenkitzel noch Angst für mehr oder weniger glückbringende Hormonschübe sorgen müssen. Auch dort wo sich Anfänger sicher tummeln, können bei mir zwei, drei Schwünge ihre glückliche Spur vom Schnee in das ganze Gesicht übertragen.

Skifahren ist, wie soll ich es sagen, einfach „sexy“ und mit der Routine der Jahre kann ich dieses Gefühl in allen Situationen auch ohne Risiken genießen. In Sexuallehren, nicht nur im Tantra, sind (vollkommen ungefährliche) Bezugs- und Reizpunkte hinlänglich bekannt, über den G-Punkt des Skifahrens aber schweigen sich Skilehren zugunsten von mannigfaltigen, oft kontroversiellen mechanischen Betrachtungen unisono bislang aus.

G – Punkt

Weil Skifahren für mich die zweitschönste Sache der Welt ist, orte ich versuchshalber einen starken Bezugspunkt zum Kurvengefühl an selber Stelle wie für Körperempfindungen der schönsten Sache – in der Beckenbodenmuskulatur – und interpretiere folgendermassen:

Das Resultat aus Schwer- und Fliehkraft, im Terminus technicus Normalkraft genannt, wirkt auf diese sensible Muskelmasse, mit der wir in Urzeiten auch mit dem Schwanz wedeln konnten, paradoxerweise besonders direkt, wenn wir auf wedelndes Abfahren verzichten und uns der Dynamik des Schwungs vollkommen hingeben können.

Stimulanz

Nicht nur Kundalinigelehrte, sondern auch westliche Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang zwischen dem Tonus des Pc Muskels und aktivierenden Mechanismen im Gehirn. So hat der Wiener Biofeedbackforscher und Biokybernetiker Gerhard Eggetsberger eine Möglichkeit gefunden durch das von ihm entwickelte PcE® Training eine messbare Lebensenergie anzuheben und das Gehirn vermehrt zu aktivieren.

Intime Impulse

Jeder routinierte Auto- und Motorradfahrer erklärt, dass sein Kurvengefühl im Allerwertesten sitzt. Auch bei Skifahrern wird durch den Input der äußeren Kräfte eine sensorische Stelle im Beckenbereich aktiviert, die in stehender Haltung aber noch viel punktuelleres und intensiveres Feedback über die Stellung des Beckens in Bezug auf Dynamik liefern kann.

Andererseits spürt man mit etwas tieferer Aufmerksamkeit, dass man mit der Beckenbodenmuskulatur tatsächlich Bewegungsimpulse an die Steißwirbel bzw. das Steißbein übertragen kann. Bei diesen Impulsen auf den verkümmerten menschlichen Schwanz, handelt es sich um sehr rudimentäre Vorgänge, die vielen Menschen nicht bewusst sind. Beim Skifahren können diese feinen Impulse, gerade dort wo viel Dynamik ins Spiel kommt, allerdings höchst wirksam eingesetzt werden.

Nicht auszudenken wenn offizielle Pauschalanleitungen zu Beckenrotation und Hüftknick in Skilehrplänen obsolet werden, weil ein intimer Ratgeber situativ und ganz auf die Person bezogen eine flexiblere Lösung anbieten kann.

Keine Angst – ich erhebe keinen Anspruch auf wissenschaftliche Gültigkeit meiner Gedanken. Mir genügt das gute Gefühl mit dem ich im Schnee, natürlich gerne auch mit allen Interessenten gemeinsam, weitere „Kurvenexperimente“ vornehmen werde.

Quellen und Hintergründe

Pubococcygeus - PC Muskel

Der Scham- Schwanzmuskel – Pubococcygeus [‚pubokogzygäus] – kurz Pc Muskel genannt ist am besten Weg in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu gelangen. Dass man(n) Frau Beckenbodengymnastik empfielt, ist an sich nichts Neues, schon die Lovers der Antike versprachen sich dadurch beiderseitigen Lustgewinn. Dass auch Frau an Mann den Pc Muskel zu schätzen weiss, wird oft, wenn überhaupt, noch sehr verschämt wahrgenommen.

Erstaunlich, dass eine Körperregion, die für den Fortbestand des Lebens so wichtig ist, im westlichen Körperverständnis noch immer zur Tabuzone erklärt wird und über die auch in hartgesottenen Skifahrerkreisen eindeutig erst nach ein paar Jagatees über zweideutige Witze kommuniziert wird. Andere Kulturen, in denen es zweifelsohne kaum Jagateekonsum gibt, betrachten die Sache viel nüchterner – jene Körperregion in der Leben gezeugt wird, muss in besonderer Beziehung zur Lebenskraft stehen.

Der Pc Muskel besteht aus drei Schichten. Er umschließt die Vagina, beziehungsweise die Venen die das Blut aus dem Penis abführen. Er verläuft bei Mann und Frau vom Schambein zum Steißbein. Bei Tieren sorgt dieser Muskel unter anderem auch für das Schwanzwedeln.

Der PC Muskel ist wichtig fuer Skifahrer - By PEPPETROS (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Beim Menschen stützt der Pc Muskel die angrenzenden inneren Organe und verhindert ihr absinken. Er liegt ca. 2-3 cm unter der Hautoberfläche und wird größtenteils vom sogenannten Pudendusnerv gesteuert, der Aktivitäten in Geschlechtsorganen und Anus registriert und diese Signale zwischen diesen Körperregionen und dem Gehirn leitet. Gleichzeitig gibt es eine Nervenverbindung vom Beckennerv zum Pc Muskel. Eine Abzweigung des Beckennervs verbindet bei der Frau den Uterus und Blase, beim Mann Blase und Prostata mit dem unteren Teil der Wirbelsäule. Ist der Pc Muskel stark, ist er ein Powerlieferant. Eggetsberger bezeichnet ihn als „wahres Kraftwerk des Menschen“.

Das Anspannen des Pc Muskels stimuliert beim Mann zusäzlich die Prostata, bei der Frau den Uterus. Auf diese Weise werden Hormone und Endorphine freigesetzt, die eine seelische Hochstimmung auslösen.
Quelle www.ipn.at

Kundalini

Kundalini ist eine religionsübergreifende klassische Tradition, die zwar aus dem Hinduismus kommt, aber auch Sikhismus, Jainismus und Sufismus erreicht hat und als Teil der tantrischen Tradition in den tibetanischen Buddhismus eingegangen ist.

Kundalini-Yoga, Yoga der Energie, ist eine systematische Wissenschaft, ein Weg, den es erwiesenermaßen seit Jahrhunderten, wahrscheinlich schon seit Jahrtausenden gibt. Ihr Inhalt kreist um die schöpferische Lebensenergie, die im Beckenbereich jedes Menschen ruht und durch verschiedene meditative Methoden und Körperübungen aktiviert werden kann.

Was bisher kryptisch überliefert wurde und mystisch klang, wurde mit der Entdeckung und Messung des PcE Effekts auch wissenschaftlich belegbar. Kundalini, Sexual- und Lebensenergie, manifestiert sich in messbarer, anhaltender Steigerung des Energieniveaus im Gehirn.

Achtung

Der bewusste Umgang mit Körperenergie kann auch Gesundheitsrisiken in sich bergen. Besonders wenn, wie in den oben beschriebenen Praktiken, Energie gezielt in eine Körperregion gelenkt werden soll und dadurch der natürlich vorhandene Energiekreislauf beeinflusst wird. (Eigen)experimente von „halbwissenden“ Laien können auch unerwünschte Nebenwirkungen haben!