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Thu, 04 Sep 2003
Gewandt und geschickt Skilaufen
Carving beginnt zu wirken
Das Selbstbild der Skifahrer hat sich gewandelt. Es misst sich nicht mehr so sehr am Gelingen und an der Perfektion von Bewegungstechniken, sondern orientiert sich an der Gestaltungskraft für Gleitprozesse, Kurvenverläufe und Raumerlebnis. Die einfache Grundstruktur der Fahrtechnik eröffnet oft noch unerkannte Möglichkeiten für die Entwicklung von individuellem Stil. Das leichte Handling von taillierten Skis und ihre ausgeprägte Autokinetik ermöglichen leichteres Lernen und auch natürlichere Bewegungen ohne starre Haltung ohne Verdrehungen, Verwindungen und Stockeinsatz.
Gehschule
Viele Kinder mögen's sowieso lieber "mitohne". Sie wissen nicht was sie mit Skistöcken anfangen sollen, bekommen weniger kalte Finger wenn die Hände frei sind, wollen vielleicht ihre vor kurzem erworbene Unabhängigkeit des freihändig Gehens nicht aufgeben... Eine Tatsache, die "Skipädagogen" auch für den Erwachsenenunterricht nicht ausser Acht lassen sollten.
Der feine Unterschied
Instinktiv tun Kinder, die ohne Stöcke Skifahren lernen wollen, wahrscheinlich etwas, das ihnen bis ins hohe Alter gut tun wird. Sie entwickeln zuerst ihre Gewandtheit und dann ihre Geschicklichkeit. In diesem Zusammenhang ist die Reihenfolge entscheidend - da Rumpfbewegungen in vieler Hinsicht die fundamentalen sind, die auch im Bewegungslernen zuerst ausgebildet werden müssen. Das gilt natürlich auch und vielleicht noch mehr für den Erwachsenen, der sich an neue (Fort)bewegungsformen heranwagt, da er in vielen Fällen durch Lebensumstände und Erziehung viel mehr in Richtung "Werkzeuggebrauch" als "Körperspiel" geprägt ist.
Krücke oder Werkzeug
Ob der Skistock als Krücke oder sinnvolles Werkzeug eingesetzt wird, hängt von Voraussetzungen ab unter denen man als Anfänger das Skifahren erlernt oder als geübter Skiläufer auf die Vorzüge von taillierten Skis wirklich eingehen möchte. Hier ein paar Möglichkeiten, die zeigen wie Gewandtheit vor Geschicklichkeit entwickelt werden kann.

  • Grounding (Erdungsübungen) vor Benutzung der Stöcke als Balance- oder Tasthilfe.
  • Fortbewegung im Flachen nur mit Schlittschuhschritten ohne Stöcke, als Ganzkörperbewegung, die aus der Körpermitte initiiert wird.
  • Erfahren der Eigendynamik der Skis vor Einsatz der Stöcke als Drehhilfe.
  • Bremsenlernen mit freien Händen.
  • Grundängste ohne Stöcke in sanftem Gelände abbauen, vor dem Übergang in schwierigeres Gelände oder ungewohnte Pistenbedingungen (Schneequalität, stark frequentiert, schlechte Sicht etc.)
  • Und dann?
    Kann sich jeder frei entscheiden ob sein persönlicher Stil besser mit Stöcken ausgedrückt wird, mal so mal so aussieht oder ob er sich freihändig wohler fühlt.

    Nicola
    Gewandtheit und Geschicklichkeit
  • Die aufgabengerechte Rumpfbeweglichkeit bzw. die durch Rumpfbewegungen geführte Ganzkörperbeweglichkeit bezeichnet man als "Gewandtheit" im Sinne von Winden und Wenden des Rumpfes in der aufgabengerechten Fortbewegung und Gleichgewichterhaltung in der Umwelt, im Schwerefeld der Erde.
  • Unter Geschicklichkeit verstehen wir die aufgabengerechte Beweglichkeit der Extremitäten, wie der Arme, Beine, Hände, Finger und Füße, sowie in weiterer Folge überhaupt die aufgabengerechte Beweglichkeit peripherer Körperteile, zum Beispiel Kopf, Schulter und Hüfte in der Wechselwirkung mit der Umwelt.
    Quelle: Prof. Horst Tiwald
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    "Wird an einen Anfänger sofort die Geschicklichkeitsproblematik herangetragen, etwa dadurch, dass seine Aufmerksamkeit sofort auf Beinstellung, Armbewegungen, Handhaltungen usw. fixiert wird, und wird er später doch ein guter Sportler, so ist er dies nicht wegen, sondern trotz dieses Geschicklichkeitslehrweges geworden. Die meisten Schüler bleiben auf diesem Weg jedoch, trotz jahrelangem Üben, in der unteren Mittelmäßigkeit stecken. Dies kann man im Skilauf massenweise beobachten, denn dort herrschen ebenfalls Lehrwege vor, in denen davon ausgegangen wird, dass es sich auch beim Skilauf vorwiegend um ein Geschicklichkeitsproblem: um das geschickte Lenken des Fahrzeuges "Ski" handelt."
    Zitat: Prof. Horst Tiwald

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    Transkulturelle Bewegungsforschung
    Website von Prof. Dr. Horst Tiwald mit vielen Beiträgen auch zum Thema Ski
    Bio Motion Lab, Uni Bochum
    Interessante interaktive Gangsimulationen, must see!
    Bioenergetik
    Kurzbeschreibung, Literaturliste Alexander Lowen
    bewegungsfunktionalitaet.de
    Einführung in die Therapie der Humanen Bewegungsfunktionalität
    Feldenkrais
    Was ist Feldenkrais?


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