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Vorsicht Glatteis abseits der Pisten!
Wenn Skifahrer am Ende ihrer Karriere stehen, müssen sie sich was einfallen lassen. Während gleichaltrige Normalverbraucher gerade in der ersten Beförderungsrunde kämpfen, treten ausrangierte Profisportler den zweiten Bildungsweg an. Wahlweise gründen sie dann Frühstückspensionen, Skischulen oder Familien, entwerfen Skiunterwäsche oder Tourismusstrategien, legen ihre Profisaläre profitbringend an oder verschulden sich haushoch, einige treibt es sogar in die Politik.
Wer einigermaßen aussieht und glaubt die deutsche Sprache zu beherrschen versucht sich vielleicht als Kommentator im Fernsehen. Manche schaffen den Sprung sogar ganz und werden zu echten Stars, zwar mit unterschiedlich großem Talent doch mit Erfolg der durchaus manchmal mit Musikantenstadelquoten gemessen werden kann. Das österreichische Abfahrtsparadeduo Seeger/Assinger hat sich hier sicher (zumindest Österreich intern) einen "Stockerlplatz" erkämpft. Die Exprofis sind natürlich "die Spezialisten", die auch hinter dem Mikrophon ihrer Sportart treu bleiben und - wenn überhaupt - wirklich oft nur durch ihr Fachwissen qualifiziert sind. "Ein unheimlich abwechslungsreiches Rennen. Erst war die eine vorn, dann war die andere hinten" hörte man Christian Neureuther einmal über einen Super-G der Damen im ARD resümieren. Die soziale Natur der Sprache macht hier offensichtlich wie sich gesellschaftliche Differenzen in unterschiedlichem Sprachgebrauch niederschlagen. Historisch gewordene und ständig neu entstehende Sprachvarianten finden sich besonders in ORF-Kommentaren. Der interne Jargon des ÖSV-Teams hielt schon lange Einzug in die Wohnzimmer der österreichischen Passivsportlerszene. Den Lieblingsausdruck Charly Kahr’s für Highspeed : "Da pfeifen die Komantschen!" hat Armin Assinger einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Noch deftigere Sprüche, die unter authentische österreichische Sprachkunst des Kärntner Gendarmen fallen, müssen für unsere deutschsprachigen Nachbarn aber übersetzt werden: "Tua in Oasch owe" (hochdeutsch: Senk das Gesäß), "losst's da Lasse heite tuschn" (der Norweger Kjus macht Tempo), "Hau de eine in de Traversn!" (Nimm die Schrägfahrt richtig in Angriff!) "Do tscheppat's eina wia in an Kluppnsackl" (Begriff für eine Fahrt über starke Bodenwellen) und "zwitschern im Zielraum wieder de Blaumeisn" (Ausdruck für starke Sauerstoffschuld). Er stürzt sich, "Teifl noamol eine", zu Übertragungsbeginn hin und wieder selbst über die Piste und kommentiert dann atemberaubt seine Erlebnisse. Tu, felix Austria, glücklich das Volk, das so bildhaft inszenieren kann! —Nicola |
![]() J. Gabarell in "Der Schi" v. H. Hoek, 1925
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hi nicola, | 24.01.2002 11:48 | |||
christian | >> antworten | |||
du hast schon recht. auch sportler sollten sich -ebenso wie politiker - bewusst sein, dass sie vor einem millionenpublikum auftreten. ihren worten wird dabei besondere aufmerksamkeit zu teil. nehibas erklärungsversuch ist auch erschreckend. mfg christian | ||||