kunstpiste: Kurven, Schnee & Menschen
das Ski Magazin für die Community im Schnee - News & Infos, Bewegung & Wintersport, Skitechnik & CarvingArchiveWorkshopsConsultingPortfolioAbout NicolaContact
Photo galleryForumCommunityTipsIllustriertes Ski & Snow LexikonKunstpiste Radio
Fri, 01 Feb 2002
Eine neue Aera im Skisport V
Erlebte (Körper)physik
Noch individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt bei den Athleten sind die lateralen Belastungsmuster - Bergski, Talski, Beidbeinig. Wer alle Varianten perfekt beherrscht und sich der Situation angepasst der günstigsten Form bedienen kann, hat im Ziel zumeist die Nase vorn. Die kreativen Anforderungen an Trainer und Läufer sind hier sehr groß, da es keine allgemein gültigen Regeln mehr gibt. Wer heute noch von „Innenskifehler“ spricht, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden.
Top Secret!
Seit jeher führt eine Kombination aus Schritt-, Kanten-, Lagenwechsel vor der Kurve zur Richtungsänderung, auch hier gilt es mehr denn je flexibel aus der breiten Palette der Möglichkeiten zu schöpfen und sie präzise den Gegenebenheiten anzupassen.

Besondere Beachtung verdient der Umgang mit dem Schwerpunkt, hier liegt auch die Erklärung für die großen Zeitunterschiede in anspruchsvollen Rennen wie Beispielsweise dem Slalom in Schladming. Während der Grossteil der Läufer nach wie vor mit ruckartigen Entlastungsbewegungen reagiert, ist bei Läufern wie Bode Miller in manchen Schwüngen der klare Unterschied schon feststellbar:
Der Schwerpunkt wird in einer harmonisch fließenden Schaukelbewegung an die Dynamik der Skis angepasst. Fazit ein Beschleunigungsschwung, der pro Tor rund eine zehntel Sekunde an Vorsprung bringen kann. Voraussetzung für diese Bewegung ist eine veränderte Ausgangsposition.

Während das Becken, in der bisher angewandten Technik mit mehr oder weniger gebeugtem Oberkörper über dem hinteren Teil des Skis seine Kraft wirken lässt, kann man bei den schnellsten Slalomläufern eine ungebückte Haltung, deren Druck vor den Zehen wirkt, beobachten. Diese feine Veränderung ermöglicht die freie Beweglichkeit des Schwerpunkts durch die sich die Autokinetik der Skis ganz entfalten kann.
"Longer line = Shorter time"
Das drückt sich messbar durch schnellere Zeiten und auch für das freie Auge erfassbar durch eine weitere und rundere Linienführung aus. Der Amerikanische "Skiprofessor" Dr. George Twardokens hat es schon 1996 angekündigt "longer line = shorter time" und zumindest was die Technik seines Landsmann’s Miller angeht, recht behalten.

Hansi Hinterseer’s würde es vielleicht so formulieren: "Manda es isch Zeit!"

Ich freue mich schon auf die Beobachtung des olympischen Slalom’s von Salt Lake City!
Nicola
Bode Miller © Erich Spieß, 2002
Bode Miller © Erich Spieß, 2002

Kugel, Kreis und Seifenblasen
Alle Punkte im dreidimensionalen Raum, die von einem Punkt M den Abstand r haben, bilden eine Kugel um den Mittelpunkt M mit dem Radius r.

Ich empfinde mich als Bild meiner harmonischen Bewegung eines rund gecarvten Schwung’s wie eine Kugel mit dem Mittelpunkt im Bauch.
Nicola


  Follow up
nach oben | © 2001 - 2010 by Nicola Werdenigg | design by sabine.cc | production by digital-projects / hemetsberger